2007 - Advent unterm Schlern
Gedichte, Geschichten, Liedertexte und Bilder für die Adventveranstaltung „Hosch a bissl Zeit für di?!“ in der Pfarrkirche von Kastelruth (Südtirol) vom 9. Dezember (aufgezeichnet auf DVD).Die zwei Liedertexte "Weihnachtsmorgen" und "Bergandacht" von Kurt Haberstich wurden von Florian Pedarnig, Tirol, vertont und von zwei Solistinnen resp. von einem Männerviergesang an der Adventveranstaltung erstmals vorgetragen.
Kastelruther Gemeindebote November 2007
Der
Kastelruther „Advent unterm Schlern“
Vertraute
Musik – adventliche Stimmung – Themen der Gegenwart
Es war die
Mischung aus vertrauter Volksmusik, adventlicher Stimmung und aktuellen Themen,
die den Erfolg der Adventveranstaltungen der Jahre 2003 und 2005 ausmachte,
dessen waren die Organisatoren um Paul Profanter überzeugt.
Mit der
einfachen Frage „Hosch a bissl Zeit für Di?!“ sind deshalb Interessierte auch
heuer wieder nach Kastelruth eingeladen, um sich auf die besinnliche
Weihnachtszeit einzustimmen. Mit neuen, aktuellen Themen, bei unverändertem
Konzept, sollen die Besucher erneut zum Nachdenken angeregt werden.
Die
Besonderheit des Kastelruther Advent liegt bestimmt darin, dass es sich nicht
um ein traditionelles Adventsingen mit einer Abfolge von Adventliedern und
Musikstücken handelt, sondern dass vielmehr Themen der Gegenwart behandelt
werden, die uns immer wieder aufs Neue beschäftigen und die in unseren Familien
oft erlebt werden.
„Die leisen
Seiten der Weihnacht“, wie sie Tirols Altbischof Reinhold Stecher beschrieben
hat, werden in diesem Jahr den Abend prägen. Stechers Buch bildete, gemeinsam
mit bewegenden Kurzgeschichten und besinnlichen Gedichten des bekannten
Schweizer Autors Kurt Haberstich, die Grundlage für das Drehbuch, welches
erneut aus der Feder von Franz Schreiner aus Bayern stammt.
Bilder aus
dem aktuellen Weltgeschehen werden wieder in die Veranstaltung eingebaut.
Dadurch soll dem Besucher vor Augen geführt werden, dass die Weihnachtsbotschaft
nichts an Aktualität verloren hat.
„Advent
unterm Schlern“ ist eine Volkskulturelle Veranstaltung im ursprünglichen Sinn,
der dadurch zum Ausdruck kommt, dass einheimische Gesangs- und Musikgruppen
sowie Laiendarsteller ihre Darbietungen für die einheimische Bevölkerung der
näheren und weiteren Umgebung leisten.
Durch die
professionelle Unterstützung der Firma Oscar-Light und des Filmstudios Penn
wird die Aussagekraft der Themen mithilfe moderner Technik verstärkt.
Nur in
unterstützender, versteckter Form, dafür aber umso wirkungsvoller und
intensiver wird die Technik eingesetzt werden. Mit ihren vielfältigen Methoden
wird es durch sie möglich sein, den Besucher in Stimmung zu versetzen, ohne
dabei störend und verwirrend zu wirken. So wird der Einsatz der Technik dem
Beobachter gar nicht erst bewusst werden und er kann sich somit ausschliesslich
in das Wesentliche – nämlich in den Inhalt der Themen – vertiefen.
Auch für
die dritte Auflage des „Advent unterm Schlern“ konnten bekannte Volksmusikanten
begeistert werden: als Gruppen treten die G’fierigen, der Latzfonser
Männerviergesang und die Kastelruther Waisenbläser auf. Mitwirkende Solisten
sind Klara Sattler und Gertrud Schieder. Die traditionelle Volksmusik prägt
also diesen Abend. Bestens dafür geeignet, die Menschen in Adventstimmung zu
versetzen, gehört sie zur langen Tradition der Adventveranstaltungen dazu.
Als
Sprecher wird Ludwig Dornauer vom ORF-Tirol durch den Abend führen.
„Die
Aussagen des Abends sollen in den Menschen nachwirken. Ist dies der Fall,
können wir von einem Erfolg sprechen. Es bleibt letztendlich jedem selbst
überlassen, wie er mit den behandelten Themen umgeht“, so der Ideengeber Paul
Profanter.
Das grosse
Interesse, das weit über das Schlerngebiet hinausgeht, macht es wieder
notwendig, zwei Veranstaltungen an einem Tag anzubieten.
Den
geeigneten Rahmen für die Veranstaltung „Advent unterm Schlern“, die am 9.
Dezember 2007 um 17.30 Uhr und um 20.00 Uhr stattfinden, bietet die Pfarrkirche
von Kastelruth. Der Eintritt ist frei.
Die aus organisatorischen Gründen
erforderlichen Besucherkarten sind im Tourismusverein Kastelruth (Tel. 0471
706333) erhältlich.
Aussergewöhnliche Einstimmung auf Weihnachten
ADVENT UNTERM SCHLERN – HOSCH A BISSL ZEIT FÜR DI?
Zeit – das Einzige, wovon alle Menschen für jeden Tag
gleich viel haben. Zeit, etwas, das einem nicht gehört, das man nicht kaufen,
wohl aber sich nehmen oder verschenken kann. Und viele haben sich Zeit genommen
für diese etwas andere Adventfeier.
Dicht drängten sich die Menschen in die Bänke. Als alle
Lichter ausgingen, breiteten sich Stille und Dunkelheit aus. Ein
eindrucksvolles Bild für den Advent: freudiges Warten auf das Kommende, auf das
Licht. Nach dem festlichen Auftakt mit Glockengeläute und Bläserklängen ein
erstes Bild, das in der Ferne das Licht verheißt. Dazu ein klagendes
Klarinettenstück. Ein Hirtenkind mit einer Laterne lädt ein zum Stillwerden und
sich Besinnen. Die Menschen sollen auf Weihnachten warten wie ein Blinder – mit
unerschütterlichem, blindem Vertrauen auf das Kommen des Erlösers. Er kommt für
alle, für die, die im Überfluss leben und für die, die darben und ausgestoßen
sind. Für die Einsamen, Kranken, Schuldiggewordenen, für jeden, gleich welchen
Standes oder welcher Hautfarbe er ist. Sorgfältig gewählte Texte und Bilder
brachten diese Botschaft nahe, getragene Lieder und Weisen unterstrichen sie.
Schenken – etwas, das eng zum Fest der Liebe gehört – ist schwierig geworden.
Einerseits haben wir schon alles, andererseits fällt es uns schwer, wirklich zu
teilen. Ein Lied, von der Solistin Clara Sattler schlicht und innig
vorgetragen, erfüllt mit seinen schönen Klängen den Raum und vermittelt Freude
und Frieden. Dann ein Bruch. Eine quälend lange Bilderfolge zeigt Hass, Gewalt
und Fanatismus, zeigt, wie bedroht der Frieden ist. Wobei es durchaus noch
andere Bedrohungen und menschliche Abgründe gibt. Man denke nur an den Raubbau
an der Natur. Den Ausweg aus der Bedrängnis zeigen Kinder auf: die
Weihnachtsbotschaft. Sie gilt an jedem Tag im Jahr.
Mit einem abschließenden, von allen Mitwirkenden
gemeinsam vorgetragenen Lied, wird diese Freude besungen. Einen Funken davon
hat wohl jeder gespürt und mit heimgenommen.
Filomena Gamper