Im Einklang mit der Natur
Wege zum Innehalten112 Seiten, gebunden, mit zahlreichen Bildern
Weltbild Verlag, Olten, ISBN 3-03812-227-2
Kurt Haberstich hat die seltene Gabe,
die Menschen gleichzeitig in Worten wie in Bildern anzusprechen. Seine
besinnlichen Texte und seine eindrücklichen Fotos laden zu verweilendem Schauen
ein. Er versteht es, aus den Schönheiten der Natur tiefe Lebensweisheiten zu
lesen. Indem er daran erinnert, dass wir in die Schöpfung hinein verwebt sind,
stiftet er an zu einem behutsameren, verantwortungsvolleren Umgang mit allem
Geschaffenen. Vor allem auch: Wer sich auf seine kurzen Texte und seine
fantastischen Naturfotos einlässt, wird mit Stille und Gelassenheit beschenkt.
Ein paar
Gedanken zum Buch „Im Einklang
mit der Natur“ von Kurt Haberstich
„Die Erinnerung ist das einzige Paradies aus dem man nicht vertrieben
werden kann“, hörte ich einst jemanden sagen. Eine Wahrheit, die sich erst
bestätigt, wenn man nicht mehr im Paradiese weilt, sehend, hörend, fühlend,
Gerüche wahrnehmend. Wenn wir nicht mehr das Wiesengras unter den Füssen
spüren, den Windstoss mit seiner Ladung wohliger Gerüche erleben, mit denen uns
die Natur umschmeichelt. Wenn wir, aus welchen Gründen auch immer, Krankheit,
Alter, Zeitmangel, Stress, nicht in der Lage sind uns mit den Gaben ebendieser
Natur zu verwöhnen, uns mit diesen Freuden des Lebens von neuem bereichern zu
lassen, dann, ja dann haben wir immer noch die Erinnerung, mit der wir uns
alles was uns je erfreute zurückholen können. Die Freuden der Liebe, der
Freundschaft, den Geschmack eines gelungenen Essens, den Duft der Rose sowohl
wie den besonderen Geruch eines vertrauten Menschen.
Aber was ist, wenn auch diese Fantasie erlahmte, wir ernüchtert einer
Umwelt ausgesetzt sind, deren Realität nicht nur eitel Wonne ist? Dann tritt
ein Wunder ein, oder ein Zu-Fall, oder man begegnet jemandem, der alles wieder
wachruft in unserer Seele, was uns einst froh und glücklich machte. So geschah
es mir – und hoffentlich in Zukunft auch vielen anderen, - mit dem Buch von
Kurt Haberstich, das er „Im Einklang mit der Natur“ genannt hat. Seite für
Seite habe ich es in mich aufgenommen, habe meine Seele wie von heilenden
Händen behandeln lassen, bis alle fünf Sinne in mir das Leben wieder erkannten,
das unendliche, nie vergängliche, das Paradies wieder entstehen liess aus dem
man nicht vertrieben werden kann: der Erinnerung. Die kurzen Texte zu den einprägsamen Bildern
sind von nachhaltiger Intensität. Der Autor hat mit ungewöhnlicher Feinfühligkeit, mit Liebe und Weisheit,
Lebenskenntnis der Natur ein Loblied gesungen, uns Menschen zum Wohle. Dank sei
ihm.
Edeltrud Katharina
Timmermeister
Zum Geleit
Dieses Buch möchte etwas versuchen, bei dem in der heutigen wirtschaftlich orientierten und auf Gewinn ausgerichteten Zeit ein zweifelhafter Unterton mitschwingt. Es möchte helfen, die Landschaft zu erschliessen.
Aber nicht mit hypermodernen Wohnbauten, die fast an den Wolken kratzen, oder mit riesigen Einkaufszentren und Parkplätzen, die in die offene Landschaft hineingewüstet werden, und auch nicht mit Täler zerschneidenden Schnellstrassen, über die der Umwelt belastende Verkehr braust. Von dieser Art Besiedelung, die auch ihre Notwendigkeit hatte und Vorteile mit sich bringt, gibt es vorderhand genug.Vielmehr möchten die Bilder und Gedanken den inneren Reichtum einer Landschaft aufzeigen und zugänglich machen. Sie richten sich besonders an jene Menschen, die in einer naturnahen Umgebung doch noch mehr suchen als Marktwirtschaft, Profitmöglichkeiten und Leistungsorientierung. Zudem sollen die An-, Ein- und Aussichten zu eigener Betrachtung anregen.
Wir Menschen stehen nicht nur in Beziehung zu uns selbst und unseren Mitmenschen, sondern auch zu der Landschaft, in der wir leben. Die Natur ist reich an heilender Kraft, die unsere Seele stärkt und unser Wohlbefinden fördert. Besonders wenn wir müde und ausgelaugt sind, kann das, was wir im Umgang mit der Schöpfung erfahren, wie Balsam wirken.
Die unberührte Natur ist ein Lebensraum von malerischer Schönheit, ein Ort, der Momente der Gnade durchlässiger macht und eine etwas andere Sichtweise des bereits Bekannten zulässt. Wenn wir mit offenen Augen und frischem Geist durch die Gegend streifen, offenbart sich uns die Landschaft mit ihrem Naturreichtum in einer verschwenderischen Fülle, dass es fast unsinnig scheint, mit diesem scheinbar unermesslichen und uns anvertrauten Gut haushälterisch umzugehen. Aber dieses fein aufeinander abgestimmte System ist empfindlich und verlangt von uns allen stets sorgfältigen Umgang und gebührenden Respekt, damit auch für kommende Generationen die staunenswerten und lebenswichtigen Grundlagen in aller Vielfalt erhalten bleiben. Die Natur kann durch Technik nicht ersetzt werden.
Aus der Begegnung mit verschiedenen Leuten in Städten und auf dem Land, bei zahlreichen Bergfahrten, Wanderungen und Velotouren, im Wald oder auf einer Bank habe ich die Gewissheit gewonnen, dass heute viele Menschen auf der Suche nach dem inneren Reichtum einer Landschaft sind und dabei den Sinn des Lebens neu entdecken.
Wenn diese Bilder und Gedanken bei Leserinnen und Lesern da und dort verwandte Saiten und Herzenswünsche zum Klingen bringen, einige dazu ermutigen können, jenseits des Spektakulären, sozusagen am Wegesrand, eine stille, fast meditative Bilderwelt zu entdecken, die das Verweilen und Nachdenken lohnen, haben sie ihren Zweck erfüllt – diesem Anstoss dienen sie letztlich.
Schenken wir der Natur unsere ganze Aufmerksamkeit, schenkt sie uns ihr ganzes Vermögen. In diesem Sinne wünsche ich allen Menschen, dass sie in der freien Natur das finden, wonach sie im Innersten suchen.
Kurt Haberstich