Vernissagen
Aufbruch zu neuen Horizonten
Im
Gemeindehaus Römerswil zeigt Kurt Haberstich aus Herlisberg unter dem Titel
„Vom Bergsteiger und Fotografen zum Skulpteur und Buchautor“ Werke seines
vielseitigen Schaffens.
Wer am letzten Freitagabend der Einladung des Künstlers Kurt Haberstich und dem
Gemeinderat Römerswil folgte, war von der Fülle der Kostbarkeiten überrascht
und beeindruckt.
Nach
dem musikalischen Auftakt durch das Gitarrentrio der Musikschule Römerswil, das
mit seinen Darbietungen die Veranstaltung sehr passend ergänzte, begrüsste Gemeindepräsident
Jost Feer mit sympathischen Worten die rund 60 Anwesenden. In der Laudatio
beschrieb Margrit Stocker-Arnold u.a., wie der einstige Extrembergsteiger,
stets bis an die Grenzen seiner eigenen körperlichen Leistungsfähigkeit gehende
Haberstich, zum Schreiben fand. Nachdem ihm ein folgenschwerer
Gleitschirmunfall die Flügel stutzte, gingen ihm seinerzeit gewonnene
Erkenntnisse vertieft auf. In seinen mittlerweile 20 Büchern lässt er uns
teilhaben an den Erfahrungen der Stille, der Natur und am Geheimnis des Lebens,
das es immer wieder neu zu entdecken gilt.
Von
der anschliessenden klaren, sinnigen und aktuell-kritischen Lesung zeigten sich
die Gäste tief beeindruckt. Die an der Ausstellung gezeigten Skulpturen, welche
vom Speckstein über Gips, Holz und Metall bis hin zum Zinn und Bronzeguss reichen,
widerspiegeln Schlichtheit und Harmonie und sie vermitteln ein lebendiges Bild
des Künstlers. In seinen Fotografien und Texten findet man Tiefe und
Lebenskraft. Besuchen
Sie die Ausstellung, es lohnt sich!
Margrit Stocker-Arnold
Die Ausstellung im Gemeindehaus Römerswil dauert
bis am 3. Mai 2008
Öffnungszeiten:
Jeweils Donnerstag und Freitag 14.00 bis 17.00 Uhr
oder nach telefonischer Vereinbarung. Tel. 041 914
20 60 oder 041 930 30 84
An den Samstagen 12. April, 26. April und 3. Mai
2008, 14.00 bis 17.00 Uhr ist Kurt Haberstich persönlich anwesend.
Aufbruch zu neuen Horizonten
Laudatio von Margrit Stocker-Arnold, 11. April 2008
Liebe Kurt, liebi
Ilse, gschätzte Gmeindspräs. Jost Feer, werte Gmeindrat, liebi Gäscht
Licht
senden in die Tiefe des menschlichen Herzens - das ist des Künstlers Beruf!
Mit
dem Zitat vom Robert Schumann begrüess ich Sie alli ganz herzlich zur
Vernissage vom Kurt Haberstich.
Vieli
Aläss zum Fiire wiederholet sich und ergänd sich fascht vo sälber. Um
alljährlich Geburtstag z’fiire, müess me lediglich gebore wärde und sogar das
gscheht nu ohni isers eigete derzüe tüe.
Ganz
andersch isch es hingege, wenn e Künschtler zur Vernissage iladet. De spezielli
Alass het sich de Künschtler selber erarbeitet. Vorüs gaht e grossi
Schaffenskraft, viel Üsdür, tiefi Erfahrige, Besinnlichkeit und e immensi
Gstaltigskraft.
Ds
Resultat isch e Fülli vo Kostbarkeite und mer danket dir Kurt, dass dü is hiä
und jetz e Iblick ermeglichsch.
Drum
bisch DÜ hitt dr Mittelpunkt, das isch DINI Fiir. Härzliche Glickwunsch zu dere
grosse Bericherig.
De
Kurt Haberstich vorstelle isch nit eifach. Er lat sich nit mit de übliche
Massstäb la mässä. Ich masse mier ai nit a, alles z’wisse oder z’kommentiere,
denn er isch e Hansdampf i allne Gasse, was sini Fähigkeite, sini Vielsitigkeit
und sini Talent betreffet.
Ich
versüeche aber, us sim Läbes- und Künschtlerbild pointiert es paar
Mosaiksteindli üsezpicke.
Um
de Mensch Kurt Haberstich besser kennezlerne, müess ich vor eppä 30 Johr
afa.
De
Kurt isch mit Liib und Seel Bergstiger, aber kei gwehnliche Bergstiger. Ihne
hett ds Extreme glockt. Während lange Jahr isch er als Alpinischt unterwegs gsi,
überall uf de Welt, i de extremschte Lage und unter extremschte Bedingige.
E
schier unstillbare Friheitsdrang hett ihn begleitet, wo ner uf de hechschte Berge vo Nordamerika und Peru
gschtande isch, Spitzberge durquert hett oder im Alleingang mit de Ski ds
Afrikanischi Atlasgebirge begange hett.
Die
Herüsforderig und die Grenzerfahrig hett er brücht, aber ai ds Unterwegs si und
d’Verantwortig. Es isch ihm aber ai drum gange, d’Tüechfühlig mit de Ürgwalte z’übercho,
z.B. ds Erlebnis vom entfesselte Höhesturm oder ds Erlebnis vo de chalte und
einsame Biwaknächt. Immer aber im Bewusstsi, dass de Mensch mit dr Natür müess
Hand in Hand ga um wieder gsund hei z’cho.
De
Aargauer Messner, wie me ihn ab und züe betitlet hett, hett insgesamt über 1000
imponierendi Gipfel bestiege, bis ihm 1989 e folgeschwere Gleitschirmunfall d’Fligu
gstutz hett.
Mit
em Extrem-Alpinismus isch es verbi gsi. Blibe sind Erinnerige und die
tiefe Erfahrige wo sich i d’Seel iprägt hend.
Und
da faht für ihn es niws Abentüür a. Statt uf hochi Gipfel ds stigä, stigt er
apä i Schächt vo sim Innerä, faht a
grabä und bringt kostbari Schätz a Tag. Er laht is teilha a de Erfahrige
vo de Stilli, a de Natür und am Gheimnis
vom Läbä, wos immer wieder niw z’entdeckä
gilt und wo wie ne Raschtstätt isch für die ghetztä Seelä i de hittigä Ziit.
De
Kurt verstahts us de Schönheite vo de Natur tiefi Läbesweisheite z’läse. Wer
sich uf sini kurze Text und sini fantastische Naturfotene ilat, wird mit Stilli
und Glasseheit beschenkt. So leischtet er e Bitrag zur Bewahrig vo de Schöpfig.
Denn
was me liebt, -- achtet, schätzt und schützt me.
De
Kurt isch e Mensch wo Aige und Ohr, Herz und Sinn dr Natür zur Verfüegig
stellt, und er wird defür richlich belohnt. D’Natür git ihm Antwort und sie
schenkt ihm Glasseheit, nacheme Schicksalsschlag nit z’verzwifle, sondern vo de
viele andere Möglichkeite vom Läbe Gebrüch z’mache.
Denn
sälber seit er, ich zitiere:„Ich hätt nie denkt, dass e Verluscht soviel Gwinn
chennt bringe.“
Underem
Name Haberstich findet sich im Bücherverzeichnis ai es sehr beliebts Werkbüech
und zahlrichi kulturelli Büecher zu de Thema Büürereglä, Brüüchtum und
Hüüssprich, sowie attraktivi Farbbildbänd zu verschiedenschte Theme. Womit ai
grad es witers Talent offebart wird: De Kurt isch nit nur Schriftsteller, sondern ai begnadete
Fotograf. D’Fotene sind e wesentliche Teil vo sine Werk. Mittlerwile befindet
sich über 15’000 Dia i sim Archiv.
Als
Verdienscht und Annerkennig vo sim Schaffä hett er scho zahlrichi Üszeichnige derfä
entgägä näh.
Als
glernte Konstruktionsschlosser hett sich de Kurt ai i sinere Frizyt viel
mit Metall beschäftiget, indem er
verschiedenschti Gägeständ gschmiedet hett. Vor etliche Jahr hett er
sich mit Speckstei afe usenandsetze. Als multifunktionelle Mensch hett er nu
witeri Materialie wellä kännelerne und hett drum agfange vom Holz über
Gipsmasse bis zum Zinn und em Bronzeguss alles üszprobiere und demit z’schaffä.
Bestimmt
sind Sie jetzt gspannt, vo all dem enorm vielsitige künschtlerische Schaffe e
Iblick z’übercho.
Dir
liebe Kurt dank ich nu einisch, bestimmt ai im Name vo allne Gäscht, für
die bericherndi Üstellig. Einisch meh
hesch dü e edle Stei ids bunti Seetaler Kultürmosaik i gfüegt.
Sie,
liebi Gäscht, mecht ich nit länger devo abhalte, die folgendi Läsig, d’Üstellig
und ds Zäme sii mit em Künschtler ds gniesse.
Ich
winsche Ihne derbi viel Freid, e tiefi Bericherig und dass sich Ihne d’Kostbarkeit
vom Aigeblick offebart.
Rosen auf Schloss Heidegg
Es wäre so
- 25. Oktober 1990 - Landanzeiger
- 18. Oktober 1990 - General Anzeiger
- 16. Oktober 1990 - Aargauer Tagblatt